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<title>Pistole</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Pistole</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p>Die <b>Pistole</b> ist eine <a href="Schusswaffe" title="Schusswaffe">Schusswaffe</a> und gehört zur Kategorie der <a href="Handfeuerwaffe" title="Handfeuerwaffe">Handfeuerwaffen</a>. Sie wird unter anderem durch das deutsche <a href="Waffengesetz_(Deutschland)" title="Waffengesetz (Deutschland)">Waffengesetz</a> (WaffG) als <a href="Kurzwaffe" title="Kurzwaffe">Kurzwaffe</a> (Faustfeuerwaffe) definiert. Unterschieden werden <a href="#Einzelladerpistole">Einzel</a>- und <a href="#Mehrladerpistole">Mehrlader</a>­pistolen sowie <a href="Revolver" title="Revolver">Revolver</a>. Letztere werden je nach Gesetzeslage und Bestimmungen der Anwender entweder zu den Pistolen gerechnet oder stehen gleichrangig neben ihnen als eigene Kategorie von Handfeuerwaffen.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Etymologie">Etymologie</h2></div>




<p>Das Wort <i>Pistole</i> wird oft dem <a href="Franz%C3%B6sische_Sprache" title="Französische Sprache">französischen</a> <i><span lang="fr">pistolet</span></i> zugeschrieben<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>, stammt aber aus der tschechischen Sprache, die <a href="Hussiten" title="Hussiten">Hussiten</a> verwendeten erstmals derartige Waffen (píšťala).<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Entwicklungsgeschichte">Entwicklungsgeschichte</h2></div>
<p>Die Geschichte der (Einzellade-)Pistole beginnt parallel zur Geschichte des <a href="Gewehr" title="Gewehr">Gewehrs</a>. War das <a href="Handrohr" title="Handrohr">Handrohr</a> die erste Feuerwaffe im 14.&nbsp;Jahrhundert, so wurde es nach der Weiterentwicklung zur <a href="Arkebuse" title="Arkebuse">Arkebuse</a> notwendig, diese Waffen kleiner, handlicher und mobiler zu machen. Im Besonderen drängte die <a href="Kavallerie" title="Kavallerie">Reiterei</a> der Armeen des ausklingenden <a href="Mittelalter" title="Mittelalter">Mittelalters</a> auf eine Alternative zur Arkebuse.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Frühe_Pistolen"><span id="Fr.C3.BChe_Pistolen"></span>Frühe Pistolen</h3></div>
<p>Die Entwicklung der frühen Pistolen wurde von der Entwicklung der Zündsysteme maßgeblich mitgeprägt. Die Übergänge der Pistolengrundtypen und der Zwang zur Modernisierung der jeweiligen Armeebestände hat seinerzeit dazu geführt, dass zum Teil die Waffen auf modernere Zündsysteme <a href="Aptierung#Feuerwaffen" title="Aptierung">aptiert</a> wurden.
</p>
<ul><li><a href="Luntenschloss" title="Luntenschloss">Luntenschlosspistolen</a> sind lediglich von wenigen chinesischen und japanischen Pistolen bekannt, die allerdings bis ins 19.&nbsp;Jahrhundert in Gebrauch waren.</li></ul>
<ul><li>Durch die Erfindung des <a href="Radschloss" title="Radschloss">Radschlosses</a> im Jahre 1517 wurde es ermöglicht, eine kompaktere und sichere Zündungsmethode im Gegensatz zu den Luntenschlössern zu haben. Die Pistole (Faustrohr, Faustbüchse, Fäustling, im 16.&nbsp;und 17.&nbsp;Jahrhundert auch Puffer) wurde ursprünglich als Schusswaffe für Reiter entwickelt, erste Modelle tauchten um 1510 auf. Die in den 1540er Jahren aufkommende Truppengattung der <a href="K%C3%BCrassiere" title="Kürassiere">Kürassiere</a> war mit Pistolen ausgerüstet. Erstmalige Verwendung in einer größeren Kampfhandlung fand die Pistole in der 1547 ausgefochtenen <a href="Schlacht_bei_M%C3%BChlberg" title="Schlacht bei Mühlberg">Schlacht bei Mühlberg</a>.</li></ul>
<ul><li>Im 17.&nbsp;Jahrhundert kamen <a href="Steinschloss" title="Steinschloss">Steinschlosspistolen</a> auf und ersetzten bis etwa zum Anfang des 18.&nbsp;Jahrhunderts die Radschlosspistolen, weil sie weniger witterungsanfällig und preiswerter in der Herstellung waren.</li></ul>
<ul><li>Die <a href="Perkussionsschloss" title="Perkussionsschloss">Perkussionspistole</a> stellte am Anfang des 19.&nbsp;Jahrhunderts den nächsten und letzten Entwicklungsschritt der Vorderladerpistole dar. Die Pistole war für lange Zeit die einzige Faustfeuerwaffe, bis sie in der Mitte des 19.&nbsp;Jahrhunderts im militärischen Bereich vom mehrschüssigen <a href="Revolver" title="Revolver">Revolver</a> abgelöst wurde. Einschüssige Pistolen wurden in der Folge hauptsächlich zum <a href="Scheibenschie%C3%9Fen" title="Scheibenschießen">Scheibenschießen</a> und als <a href="Duell" title="Duell">Duellwaffen</a> eingesetzt.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Revolver">Revolver</h3></div>
<p><a href="Revolver" title="Revolver">Revolver</a> sind mehrschüssige Pistolen, bei denen mehrere Schuss Munition in einer rotierenden Trommel geladen sind. Im Gegensatz zu Pistolen, bei denen das <a href="Patronenlager" title="Patronenlager">Patronenlager</a> im hintersten Abschnitt der Laufbohrung liegt, befindet sich dieses beim Revolver in den Trommelbohrungen.
</p><p>1837 begann <a href="Samuel_Colt" title="Samuel Colt">Samuel Colt</a> in der <i>Patent Arms M'g Co Paterson</i> mit der serienmäßigen Herstellung von <a href="Perkussionsrevolver" title="Perkussionsrevolver">Perkussionsrevolvern</a>, deren Weiterentwicklungen im <a href="Sezessionskrieg" title="Sezessionskrieg">Amerikanischen Bürgerkrieg</a> eine wichtige Rolle spielten. Bereits 1858 brachte die Firma <a href="Smith_%26_Wesson" title="Smith &amp; Wesson">Smith &amp; Wesson</a> mit dem kleinkalibrigen <a href="Smith_%26_Wesson_No_1" title="Smith &amp; Wesson No 1">S &amp; W No 1</a> den ersten Revolver als <a href="Hinterlader" title="Hinterlader">Hinterlader</a> auf den Markt, der vorgefertigte <a href="Patrone_(Munition)" title="Patrone (Munition)">Patronen</a>, die in eine rotierende Trommel geladen wurden, verschoss. Bereits 1869, nach dem Auslaufen des <a href="Rollin_White" title="Rollin White">Rollin-White-Patents</a>, das die Herstellung von Revolvern mit durchbohrter Trommel schützte, wurden großkalibrige Revolver entwickelt, die bis zum Ende des Jahrhunderts den Markt beherrschten. Bekannte Beispiele sind der <a href="Colt_Single_Action_Army" title="Colt Single Action Army">Colt Single Action Army</a>, der <a href="Smith_%26_Wesson_No_3" title="Smith &amp; Wesson No 3">Smith &amp; Wesson No 3</a> und der englische <a href="Webley-Revolver" title="Webley-Revolver">Webley-Revolver</a>. Diese fanden weltweit Verwendung als militärische und polizeiliche Dienstwaffen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Selbstladepistolen">Selbstladepistolen</h3></div>


<p>Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann die Entwicklung moderner Pistolen mit <a href="Magazin_(Waffentechnik)" title="Magazin (Waffentechnik)">Magazin</a>. Selbstladekonstruktionen, ursprünglich für Gewehre entwickelt, wurden bald für die ersten modernen Pistolenmodelle verwendet. Zu den ersten funktionstüchtigen <a href="Selbstladepistole" class="mw-redirect" title="Selbstladepistole">Selbstladepistolen</a> zählten die <a href="Borchardt_C93" title="Borchardt C93">Borchardt C93</a> und die daraus entwickelte <a href="Parabellumpistole" title="Parabellumpistole">Parabellumpistole</a>, die <a href="Mauser_C96" title="Mauser C96">Mauser C96</a> sowie Modelle von <a href="Theodor_Bergmann_(Unternehmer)" title="Theodor Bergmann (Unternehmer)">Theodor Bergmann (Unternehmer)</a> und <a href="John_Moses_Browning" title="John Moses Browning">John Moses Browning</a>.
</p><p>Die <i>moderne Pistole</i> stieß recht bald auf großes Interesse bei den Armeen, da sie sich durch einige Vorzüge vom mittlerweile vielfach verwendeten Revolver abhob. Pistolen verfügten meist über eine höhere Munitionskapazität als Revolver, zudem war nach dem Schuss der Zündmechanismus bereits gespannt, das beim Revolver notwendige Spannen des Hahns entfiel. Darüber hinaus konnten sie schneller nachgeladen werden, da hier das geleerte Magazin entfernt und durch ein volles ersetzt wurde. Selbst Ladestreifen (verwendet bei Modellen ohne Wechselmagazin) waren schneller und einfacher zu bedienen. Auch waren gefüllte Pistolenmagazine handlicher und leichter zu verstauen als einzelne Patronen; dadurch konnten auch problemlos größere Mengen Munition mitgeführt werden.
</p><p>Lediglich die aufwendige Wartung der Pistole ist ein Nachteil gegenüber dem Revolver. Um eine einwandfreie Funktion zu gewährleisten, ist deren regelmäßige Wartung unumgänglich, Revolver sind dagegen weniger störanfällig. Darüber hinaus können bei der Pistole gelegentlich <a href="Ladehemmung" title="Ladehemmung">Ladehemmungen</a> auftreten. Trotzdem setzte sich die Pistole gegenüber dem Revolver als <a href="Ordonnanzwaffe" title="Ordonnanzwaffe">Ordonnanzwaffe</a> beim Militär durch. Schon im <a href="Erster_Weltkrieg" title="Erster Weltkrieg">Ersten Weltkrieg</a> waren in fast allen Armeen die meisten <a href="Offizier" title="Offizier">Offiziere</a> und <a href="Ordonnanzoffizier" title="Ordonnanzoffizier">Ordonnanzen</a> mit Pistolen ausgestattet. Eine der wenigen Ausnahmen war die britische Armee, die im Ersten und auch noch im Zweiten Weltkrieg traditionell Revolver einsetzte. Es gibt eine Vielfalt an Pistolen für den sportlichen, polizeilichen und militärischen Einsatz.
</p>
<ul class="gallery mw-gallery-traditional">
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<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Luntenschlosspistole aus Japan</div>
</li>
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<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Radschlosspistole mit Keulengriff im <a href="Waffenmuseum_Suhl" title="Waffenmuseum Suhl">Waffenmuseum Suhl</a></div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Dreischüssige Steinschlosspistole</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Duellpistolenpaar mit Perkussionschlössern und Zubehör</div>
</li>
<li class="gallerybox" style="width: 155px">
<div class="thumb" style="width: 150px; height: 150px;"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="gallerytext">Fünfläufige Unterwasser-Pistole SPP-1M</div>
</li>
</ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Konstruktiv">Konstruktiv</h2></div>
<p>Konstruktionsmerkmal einer Pistole ist, dass Patronenlager und Lauf aus einem Stück bestehen; dies im Gegensatz zum <a href="Revolver" title="Revolver">Revolver</a> (Ausnahme <a href="B%C3%BCndelrevolver" title="Bündelrevolver">Bündelrevolver</a>), bei dem die Patronenlager vom Lauf getrennt in einer drehbaren Trommel untergebracht sind.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Unterscheidungen">Unterscheidungen</h2></div>
<p>Es werden unterschieden:
</p>
<ul><li><a href="Einzelladerwaffe" title="Einzelladerwaffe">Einzelladerpistole</a>
<ul><li><a href="Vorderlader" title="Vorderlader">Vorderladerpistole</a></li>
<li><a href="Hinterlader" title="Hinterlader">Hinterladerpistole</a></li></ul></li>
<li><a href="Mehrladewaffe" title="Mehrladewaffe">Mehrladerpistole</a>
<ul><li><a href="Repetierwaffe" title="Repetierwaffe">Repetierpistole</a></li>
<li><a href="Automatische_Schusswaffe" title="Automatische Schusswaffe">Automatische Pistole</a></li>
<li><a href="Reihenfeuerpistole" title="Reihenfeuerpistole">Reihenfeuerpistole</a></li></ul></li>
<li>Sonderformen
<ul><li><a href="Sportpistole" title="Sportpistole">Sportpistole</a></li>
<li><a href="Maschinenpistole" title="Maschinenpistole">Maschinenpistole</a></li>
<li><a href="Gyrojet" title="Gyrojet">Raketenpistole</a></li>
<li><a href="Leuchtpistole" class="mw-redirect" title="Leuchtpistole">Signalpistole</a></li>
<li><a href="Schreckschusspistole" class="mw-redirect" title="Schreckschusspistole">Schreckschusspistole</a></li></ul></li></ul>
<p>Gebräuchlich sind fast nur noch die Selbstladepistole; Repetierpistolen mit Magazinzufuhr sind weitgehend Sammelobjekte und Kuriositäten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelladerpistole">Einzelladerpistole</h2></div>
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</style><div class="thumb tright vl-mehrere-bilder" style="width:522px;"><div class="thumbinner"><div class="vl-mehrere-bilder-horizontal" style="width:254px;"><div class="thumbimage"><span typeof="mw:File"></span></div><div class="thumbcaption">Smith &amp; Wesson Einzellader-Sportpistole</div></div><div class="vl-mehrere-bilder-horizontal" style="width:254px;"><div class="thumbimage"><span typeof="mw:File"></span></div><div class="thumbcaption">zwei Colt Deringer Einzellader</div></div><div style="clear:both;"></div>
<div style="clear:both;"></div>
</div></div>
<p>Einzelladerpistolen sind in erster Linie Vorderladerpistolen. Historisch wurden sie vom Revolver und später der Selbstladepistole abgelöst. Als Hinterlader ausgeführte Einzelladerpistolen haben noch zwei Anwendungsbereiche: als Taschenpistole wie die amerikanischen <a href="Deringer_(Pistole)" title="Deringer (Pistole)">Deringer</a>, die häufig mehrläufig ausgeführt sind, und als Matchpistole für das sportliche Präzisionsschießen.
</p><p>Auch die meisten Signalpistolen sind Einzellader.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Mehrladerpistole">Mehrladerpistole</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Repetierpistole">Repetierpistole</h3></div>

<p>Eine frühe Entwicklung der Repetierpistolen ist die sogenannte <a href="Harmonica_Gun" title="Harmonica Gun">Harmonica Gun</a>. Repetierpistolen verfügen über einen, wenn auch meist geringen, Munitionsvorrat, aus dem die einzelnen Patronen über einen manuellen Repetiervorgang nachgeladen werden können. Nur sehr wenige Pistolen sind manuelle Repetierer. Ausnahmen sind manche besonders kleine Waffen wie z.&nbsp;B. <a href="Semmerling_LM4" title="Semmerling LM4">Semmerling LM4</a> oder mehrschüssige Sportpistolen für das Silhouettenschießen auf größere Distanzen (meist mit Gewehr-Repetiersystemen ausgerüstet), wie z.&nbsp;B. die Remington XP-100R Pistole.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Selbstladepistole">Selbstladepistole</h3></div>
<p>Im Gegensatz zu <a href="Automatische_Schusswaffe" title="Automatische Schusswaffe">vollautomatischen</a> Pistolen (<a href="Maschinenpistole" title="Maschinenpistole">Maschinenpistolen</a> oder <a href="Reihenfeuerpistole" title="Reihenfeuerpistole">Reihenfeuerpistolen</a>) muss zum Abfeuern der Selbstladepistole (Halbautomatik) jedes weiteren Schusses der Abzug erneut betätigt werden. Im heutigen Sprachgebrauch werden Selbstladepistolen allgemein nur als Pistolen bezeichnet.
</p><p>Selbstladepistolen wurden ab 1893 hergestellt (<a href="Borchardt_C93" title="Borchardt C93">Borchardt C93</a>). Der Nachladevorgang wird meistens durch den <a href="R%C3%BCcksto%C3%9Flader" title="Rückstoßlader">Rückstoß</a> ausgelöst. Bei Taschenpistolen ist der Verschluss meist ein unverriegelter <a href="Masseverschluss" title="Masseverschluss">Masseverschluss</a> (<a href="FN_Browning_Modell_1900" title="FN Browning Modell 1900">FN Browning Modell 1900</a>, <a href="Walther_PPK" title="Walther PPK">Walther PPK</a>, <a href="Makarow_PM" class="mw-redirect" title="Makarow PM">Makarow PM</a>). Für starke Ladungen müssen Lauf und Verschluss jedoch verriegelt sein, was mit einem Kniegelenk (Borchardt C93, <a href="Pistole_08" class="mw-redirect" title="Pistole 08">Pistole 08</a>), einem Schwenkriegel (<a href="Walther_P38" title="Walther P38">Walther P38</a>), Drehverschluss (<a href="Steyr_M1912" title="Steyr M1912">Steyr M1912</a>) oder abkippbaren Lauf (<a href="Browning-System" title="Browning-System">Browning-System</a>, z.&nbsp;B. <a href="Colt_M1911" title="Colt M1911">Colt M1911</a>, <a href="FN_Browning_HP" title="FN Browning HP">FN Browning HP</a>) geschehen kann. Seltener sind Pistolen mit <a href="Verz%C3%B6gerter_Masseverschluss" title="Verzögerter Masseverschluss">verzögertem Masseverschluss</a> wie die <a href="HK_P7" title="HK P7">HK P7</a>. Der Antrieb des Nachladevorganges kann auch durch abgeleitetes Gas erfolgen, solche als <a href="Gasdrucklader" title="Gasdrucklader">Gasdrucklader</a> funktionierenden Pistolen sind jedoch selten (<a href="Desert_Eagle" title="Desert Eagle">Desert Eagle</a>).
</p><p>Selbstladepistolen werden technisch generell nach Art des Verschlusses und des Schlosses unterschieden. Bei den Verschlussarten unterscheidet man zwischen unverriegelten und verriegelten Systemen.
</p><p>Beim Schloss einer Pistole, also dem Abfeuerungsmechanismus, unterscheidet man zwischen dem Schlagbolzen-, Hahn- und Schlagstück-Schloss. Pistolen mit einem Schlagbolzenschloss (englisch <i>Striker Fire</i>) sind z.&nbsp;B. die FN Browning Modell 1900, <a href="FN_Browning_Modell_1910" title="FN Browning Modell 1910">FN Browning Modell 1910</a> bis zur <a href="Glock-Pistole" title="Glock-Pistole">Glock-Pistole</a>. Die Arbeit macht hier der gespannte gefederte Bolzen, dessen Masse und Zündspitze die Patrone zündet (Bolzen, der selber schlägt). Beim Hahnschloss schlägt ein durch den Daumen fassbarer Hahn auf einen Zündstift (Stift, welcher geschlagen wird, um zu zünden), der die Kraft weitergibt und die Patrone zündet. Die Colt M1911, die <a href="Walther_PP" title="Walther PP">Walther PP</a> und viele andere moderne Pistolen wären als Beispiel zu nennen. Das Schlagstückschloss, welches umgangssprachlich auch als innenliegendes Hahnschloss (<i>hammerless</i>) bezeichnet wird, besitzt keinen mit der Hand fassbaren Hahn, deshalb diese Bezeichnung. Das Schlagstück schlägt ebenfalls auf einen Zündstift, welcher die Kraft zum Abfeuern überträgt. Deshalb gibt es im waffentechnischen Begriffswesen den Unterschied zwischen Schlagbolzen und Zündstift.
</p>
<div class="sieheauch" role="navigation" style="font-style:italic;"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: <a href="Selbstladepistole_Salvator_Dormus" title="Selbstladepistole Salvator Dormus">Selbstladepistole Salvator Dormus</a></div>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Funktionsprinzip">Funktionsprinzip</h4></div>
<p>Nach Abfeuern einer <a href="Patrone_(Munition)" title="Patrone (Munition)">Patrone</a> schiebt der <a href="R%C3%BCcksto%C3%9F" title="Rückstoß">Rückstoß</a> oder Gasdruck den <a href="Verschluss_(Waffentechnik)" title="Verschluss (Waffentechnik)">Verschluss</a> (<a href="Schlitten_(Pistole)" title="Schlitten (Pistole)">Schlitten</a> oder Verschlussstück) nach hinten, wodurch der Verschluss bei verriegelten Systemen entriegelt wird. Dabei zieht der am Verschluss angebrachte Auszieher (Auszieherkralle) die leere Patronenhülse an der hierfür bestimmten Rille aus dem Patronenlager.
</p><p>Die Verriegelung zwischen Lauf und Verschluss ist ab einer bestimmten Leistung erforderlich, da sich der Verschluss ohne die Verriegelung öffnen würde, während sich das Geschoss noch im Lauf befindet. Die Folge wäre, dass die Patronenhülse, die ohne das sie umgebende Patronenlager dem Gasdruck nicht standhalten kann, durch den Gasdruck gesprengt würde. Durch die aus dem Auswurffenster fliegenden Hülsenteile könnten der Schütze oder Dritte verletzt werden, außerdem wäre die Funktion der Waffe nicht mehr gewährleistet.
</p><p>Im weiteren Rücklauf trifft die vom <a href="Auszieher" title="Auszieher">Auszieher</a> gehaltene Hülse auf den <a href="Auswerfer" title="Auswerfer">Auswerfer</a>, der meist innen am Griffstück der Pistole angebracht ist. Dadurch wird die Hülse seitlich nach oben durch das Auswurffenster des Verschlusses ausgeworfen, während der Verschluss weiter zurück läuft und ein eventuell vorhandenes Schlagstück (Hammer, Hahn) spannt.
</p><p>In seiner hinteren Position angekommen, schiebt die Verschlussfeder (Schließfeder, Vorschubfeder) den Verschluss wieder nach vorne. Dabei führt der Verschluss mit der Unterkante eine neue Patrone aus dem Magazin dem Patronenlager zu, dabei greift der Auszieher wieder in die Rille am Boden der Hülse. Bei verriegelten Systemen verriegelt im weiteren Vorlauf der Verschluss. In der vordersten Stellung angekommen, befindet sich eine neue Patrone im <a href="Patronenlager" title="Patronenlager">Patronenlager</a> und das Schlagstück ist gespannt. Für einen weiteren Schuss muss der Schütze nun lediglich den Abzug loslassen und erneut betätigen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Verwendung">Verwendung</h4></div>
<p>Selbstladepistolen werden von den meisten Armeen, Polizeieinheiten, Sicherheitsdiensten etc. eingesetzt.
</p><p>Sportlich sind Selbstladepistolen bei den meisten Schießsportverbänden in Gebrauch.
</p><p>Im Bereich der <a href="Jagd" title="Jagd">Jagd</a> werden Selbstladepistolen bei der <a href="Nachsuche" title="Nachsuche">Nachsuche</a> bzw. für den <a href="Fangschuss_(Jagd)" title="Fangschuss (Jagd)">Fangschuss</a> eingesetzt (verletztes oder krankes Wild). Gesundes Wild darf nicht bejagt werden. Die Ausnahme hierbei ist die Bau- und Fallenjagd. Es gelten davon unbenommen die Bundes- und Landesjagdgesetze.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Reihenfeuerpistole">Reihenfeuerpistole</h3></div>
<p><a href="Reihenfeuerpistole" title="Reihenfeuerpistole">Reihenfeuerpistolen</a> sind auf Serienfeuer (ggf. begrenzte Schusszahl) umschaltbare Selbstladepistolen. Neben einer oftmals verstärkten Konstruktion verfügen sie über eine größere Magazinkapazität und zusätzlich montierbare Griff- und Schulterstützen. Typische Vertreter moderner Reihenfeuerpistolen sind die <a href="Beretta_93R" title="Beretta 93R">Beretta 93R</a> und die <a href="HK_VP70" title="HK VP70">VP70</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Sonderformen">Sonderformen</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Sportpistole">Sportpistole</h3></div>
<p>Eine Sportpistole ist eine Pistole, die zum Zweck des sportlichen Wettkampfs (Sportschießen) hergestellt und verwendet wird.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Maschinenpistole">Maschinenpistole</h3></div>
<p>Klassische Maschinenpistolen (erste serienmäßige: <a href="MP18" title="MP18">MP18</a>) sind mit einem <a href="Schaft_(Waffentechnik)" title="Schaft (Waffentechnik)">Schaft</a> versehen und werden wie Gewehre im Schulteranschlag geschossen. Sie verschießen in der Regel Pistolenmunition. Die Zuordnung zu den Pistolen ist aufgrund unterschiedlicher Größe, Konstruktion, der Möglichkeit für Reihen(Dauer-)feuer und verwendeter Munition umstritten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Raketenpistole">Raketenpistole</h3></div>
<p>Bei einer Raketenpistole treten die heißen Gase durch Düsen am Rand des Patronenbodens aus und beschleunigen so die gesamte Patrone – diese wird damit insgesamt zum Projektil. Bekanntestes Beispiel ist die 1960 in den USA hergestellte <a href="Gyrojet" title="Gyrojet">Gyrojet</a>-Pistole.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Signalpistole">Signalpistole</h3></div>
<p>Bei Signalpistolen (auch Leuchtpistole, in der Schweiz fälschlicherweise <i>Raketenpistole</i> genannt) handelt es sich um großkalibrige, glattläufige Schusswaffen, mit denen <a href="Patrone_(Munition)#Signal-_und_Leuchtpatrone" title="Patrone (Munition)">Signalpatronen</a> in Form von unterschiedlich wirkenden Leuchtpatronen oder akustisch wirkenden Signalpatronen verschossen werden können. Es gibt einläufige, selten zweiläufige Varianten dieser Pistolen, die in der Regel einen <a href="Kipplaufwaffe" title="Kipplaufwaffe">Kipplaufverschluss</a> haben.
</p><p>Von Interesse ist auch, dass im Zweiten Weltkrieg auf deutscher Seite eine Variante der Leuchtpistole, die <a href="Granatpistole" title="Granatpistole">Kampfpistole</a>, zum Verschießen von Granaten im Kaliber 26,25 mm zum Einsatz kam. Sie unterschied sich von der Leuchtpistole mit glattem Lauf durch ihren gezogenen Lauf und durch ein aufgeprägtes Z links am Gehäuse.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Schreckschusspistole">Schreckschusspistole</h3></div>
<p>Schreckschusspistolen erzeugen nur Lärm, ohne ein Geschoss zu verschießen. Jedoch treten je nach Munitionstyp unverbrannte Pulverreste, Verbrennungsrückstände und heiße Gase nach vorne aus dem Lauf aus und können im Nächstbereich Menschen gefährden und verletzen. Für die Selbstverteidigung kann spezielle CS-Gas- oder Pfeffermunition eingesetzt werden. Bei Sportanlässen können sie auch als <a href="Startpistole" title="Startpistole">Startpistolen</a> verwendet werden. Darüber hinaus ist auch der Verschuss von pyrotechnischer bzw. Signalmunition, meist aus aufschraubbaren Abschussbechern, möglich.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Elektroschockpistole" title="Elektroschockpistole">Elektroschockpistole</a></li>
<li><a href="Anschlagschaft" title="Anschlagschaft">Anschlagschaft</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>David Harding (Hrsg.): <i>Waffenenzyklopädie. 7000 Jahre Waffengeschichte.</i> Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-613-02894-4.</li>
<li>Gerhard Bock, Wolfgang Weigel, Georg Seitz, Heinz Habersbrunner: <i>Handbuch der Faustfeuerwaffen.</i> 8. neubearbeitete und erweiterte Auflage. Neumann-Neudamm, Melsungen 1989, ISBN 3-7888-0497-1.</li>
<li><a href="Rolf_Hennig" title="Rolf Hennig">Rolf Hennig</a>: <i>Pistole und Revolver. Sicherer Umgang mit Faustfeuerwaffen.</i> 6. völlig neubearbeitete Auflage (Neuausgabe). BLV-Verlagsgesellschaft, München u. a. 1982, ISBN 3-405-12678-9.</li>
<li>Heinrich Müller: <i>Gewehre, Pistolen, Revolver.</i> Stuttgart 1979.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Pistols?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Pistole</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Pistole" class="extiw external" title="wikt:Pistole">Wiktionary: Pistole</a></b>&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&amp;query=4046164-6">Literatur von und über Pistole</a> im Katalog der <a href="Deutsche_Nationalbibliothek" title="Deutsche Nationalbibliothek">Deutschen Nationalbibliothek</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.m1911.org//loader.swf">Animierte Darstellung einer Selbstladepistole entsprechend dem Modell 1911</a> (Verschiedene Ansichtsvarianten; <a href="Adobe_Flash" title="Adobe Flash">Flash</a>; 13&nbsp;kB)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Friedrich Schmitthenner: <cite style="font-style:italic">Die Pistôle</cite>. In: <cite style="font-style:italic">Kurzes Deutsches Wörterbuch für Etymologie: Synonymik und Orthographie</cite>. Darmstadt 1834, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>218</span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=F2ATAAAAQAAJ&amp;pg=PA218&amp;q=etymologie+regal#v=onepage">eingeschränkte Vorschau</a> in der Google-Buchsuche).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Pistole&amp;rft.atitle=Die+Pist%C3%B4le&amp;rft.au=Friedrich+Schmitthenner&amp;rft.btitle=Kurzes+Deutsches+W%C3%B6rterbuch+f%C3%BCr+Etymologie%3A+Synonymik+und+Orthographie&amp;rft.date=1834&amp;rft.genre=book&amp;rft.pages=218&amp;rft.place=Darmstadt" style="display:none">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">V. Machek, Etymologický slovník jazyka českého, heslo Pistole. Praha 1971, S. 451</span>
</li>
</ol>
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<div style="display: table-cell; vertical-align: middle; width: 100%;">
<div>
Normdaten&nbsp;(Sachbegriff): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/4046164-6">4046164-6</a></span> | <a href="Library_of_Congress_Control_Number" title="Library of Congress Control Number">LCCN</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.loc.gov/authorities/sh85102471">sh85102471</a></span> | <a href="Web_NDL_Authorities" title="Web NDL Authorities">NDL</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.ndl.go.jp/auth/ndlsh/01176750">01176750</a></span> </div>
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